Mariä-Himmelfahrts-Wallfahrt auf Schloss Clemenswerth

Am 19. August 2018 fand die große Mariä-Himmelfahrts-Wallfahrt auf Schloss Clemenswerth statt. Bis zu 3.000 Gläubige haben an der Wallfahrt teilgenommen.

Das Programm der Wallfahrt finden Sie hier.

 

Informationen zur Mariä-Himmelfahrts-Wallfahrt

Clemenswerth kennt eine Tradition, die über 270 Jahre lebendig geblieben ist und von ihrer Anziehungskraft nichts verloren hat: die Wallfahrt zur Schlosskapelle am Sonntag nach dem Fest Mariä Himmelfahrt.

Die Konsekration der Kapelle durch Kurfürst und Bischof Clemens August am 15. August 1741, legte den Grundstein für die jährliche Teilnahme vieler Christen am Festgottesdienst auf Clemenswert. Schon in den frühen Morgenstunden treffen die ersten Pilger in Sögel ein. Sie legen ihre Pilgerreise mit dem Auto, Fahrrad oder, wie es ihre Vorfahren taten, zu Fuß ab.

Seit einigen Jahren wird als Wallfahrt vermehrt auch der Hümmlinger Pilgerweg genutzt.

Während 1937 etwa 30.000 Gläubige den Schlossplatz füllten, nehmen heute zwischen 3.000 und 5.000 Personen an der Wallfahrt teil.

Zum Andenken an die Einweihung des Gotteshauses bewilligte der Fürstbischof einen alljährlich freien Markt während der Oktav von Mariä Himmelfahrt. So ist es auch heute noch: wenn auf Clemenswerth das Schlusslied des Pontifikalamtes gesungen wird, setzt im Schatten der Sögeler Pfarrkirche das Kirmestreiben ein. Trefflicher als mit den Worten von Albert Trautmann in seinen Hümmlinger Skizzen, kann die Tradition nicht beschrieben werden: „Mariä Himmelfahrt wird bekanntlich auf der ganzen Welt gefeiert, Märhämmelfoahrt nur auf Clemenswerth!“

Text: Bernd Norda

 

Grußwort des Bischofs Dr. Franz Josef Bode

Liebe Pilgerinnen und Pilger!

Zu den traditionsreichen Wallfahrtsorten in unserem Bistum zählt die Schlosskapelle in Clemenswerth. Alljährlich macht sich eine große Schar von Menschen, Jung und Alt, auf den Weg und pilgert am Sonntag nach dem Hochfest Mariä Himmelfahrt nach Sögel. Die Wallfahrenden knüpfen dabei an eine jahrtausende alte Tradition an. Schon der Psalmist im Alten Testament ruft aus:

Ich freute mich, als man mir sagte:
Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. (Ps 122,1)

Papst Franziskus sagt: „Das gemeinsame Gehen zu den Wallfahrtsorten …, wobei man auch die Kinder mitnimmt oder andere Menschen dazu einlädt, ist in sich selbst ein Akt der Evangelisierung“. Die Alten setzen durch ihre Treue zu dieser Wallfahrt ein Zeichen der Treue Gottes, und die Jungen sind durch ihren Aufbruch ein Zeichen der Hoffnung.

Mit Ihrer Teilnahme an der Wallfahrt Mariä Himmelfahrt nach Clemenswerth tragen auch Sie die Freude am Evangelium Jesu Christi in die Welt.

Hierfür danke ich Ihnen und grüße Sie herzlich in tiefer Verbundenheit!

Dr. Franz-Josef Bode
Bischof von Osnabrück

 

Grußwort der Kapuziner, Pfarrgemeinde, Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth und Museumsdirektion Schloss Clemenswerth

Liebe Gottesdienstbesucher der Mariä Himmelfahrt Wallfahrt auf Schloss Clemenswerth!

Wir freuen uns auf dem Gelände eines der schönsten Barockschlösser, dem sogenannten „Stern des Emslandes“, diese historische Wallfahrt ausrichten zu dürfen!

Das barocke Jagdschloss mit Kapuzinerkloster und Klostergarten inmitten einer malerischen Natur zieht Gläubige aus dem Emsland und dem Hümmling, dem Offizialat Vechta, der Niederlande und von nah und fern Jung und Alt zur festlichen Eucharistiefeier und anschließender Prozession auf dem Schlossgelände an.

So entsteht wahrhaft eine wunderschöne Kulisse für das Glaubensfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.

Wir hoffen, Sie können nach Pilgern, Gottesdienst und Betrachten der Schlossanlage genauso beim Begegnen mit Jesus ausrufen wie die Frau im Lukas Evangelium: „Selig die Frau (Maria), deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.“ Und vielleicht hören Sie dann auch im Inneren die stärkende Stimme des Herrn bei sich selbst, wenn Jesus auf die Frau antwortet: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lk 11,27-28)

Seien Sie uns herzlich willkommen!

Pater Edmund Kesenheimer, CAP

Bernhard Horstmann, Pfarrer St. Jakobus

 

Trage-Madonna von Alt-Wahn

Die Madonna aus Wahn

Der Hümmlingort Wahn entsteht etwa im 9. Jahrhundert zwischen Lathen und Sögel (heute Landkreis Emsland). 1877 gründet die Essener Firma Krupp südlich der Gemeinde einen großen Schießplatz. Erweiterungspläne des Geländes werden 1917 zunächst noch hinfällig, jedoch ergeht 1935 der Befehl zur Schießplatzerweiterung und somit der Zwangsräumung Wahns und der Umsiedlung der 177 Wahner Familien. Eine neue Heimat finden die Familien in den umliegenden Ortschaften, in Mecklenburg oder in Rastdorf wo eine Ersatzsiedlung erbaut wird, in die 1939 die ersten Wahner ziehen. Ende 1942 wird die erst 1926 fast vollständig umgebaute Antonius Kirche aus dem Jahre 1746 abgerissen, im März 1943 verlassen dann die letzten Familien den Ort. Erhalten geblieben ist bis heute der Friedhof der Gemeinde Wahn. Mittlerweile wurden Grundmauern des verlassenen Dorfes wieder freigelegt, u.a. auch die der Antonius Kirche. Zum Gedenken an das ehemalige Dorf Wahn findet alljährlich – immer am 3. Sonntag im Juni – das traditionelle „Wahner Treffen“ statt. Dieses beginnt am frühen Nachmittag mit einer gemeinsamen hl. Messe im Rund der alten Kirchenstätte. Zu dieser Veranstaltung treffen sich ehemalige Wahner, deren Angehörige und viele interessierte Bürger und Bürgerinnen jeden Alters.1

Aus der Pfarrkirche, auch „Hümmlinger Dom“ genannt, entstammt die Madonna aus dem Jahr 1750, die heute in Rastdorf beherbergt ist. Sie ist fester Bestandteil der Prozession, die sich der hl. Messe zu Mariä Himmelfahrt auf Clemenswerth anschließt.

1 www.wahn-use-olde-heimat.de/Startseite

Text: Bernd Norda

 

Nachbetrachtung Mariä Himmelfahrtswallfahrt 2017 durch Bruder Marinus, München

In 2017 nahm Bruder Marinus, Provinzialminister der Deutschen Kapuziner, München, an der Mariä Himmelfahrtswallfahrt auf Schloss Clemenswerth teil. Hierzu schrieb er in den Provinznachrichten der Kapuziner:

„Liebe Brüder, liebe Leserinnen und Leser der PNN,

am Wochenende (20. August 2017) durfte ich an der großen Wallfahrt in Clemenswerth teilnehmen. Diesmal kam ich etwas früher an und konnte mit einer Pilgergruppe ein Stück des Hümmlinger Pilgerweges gehen. Und siehe da, es gibt leichte Hügel, Heide, Schafe und Ziegen. Da staunt der im Süden Bayerns geborene Bruder! Der Regen verschonte uns. Nicht zuletzt war ich erstmals in Werpeloh am Batakhaus. Eindrucksvoll!

In der Pilgergruppe waren sowohl erfahrene Pilger als auch Neulinge vertreten. Da wird Tradition aufgefrischt, aber zugleich Neues entdeckt. Da gehen Menschen in sich, um sich nicht zu verlieren, und dann wieder aus sich heraus, um mit anderen unterwegs zu sein.

Die letzte Station vor Sögel war überschrieben mit Ankommen. Alle bekamen eine Karte mit dem starken Zuspruch: „Mut ist Angst, die gebetet hat.“

Mut kann ich nicht frei Haus über Amazon beziehen. Losgehen, aufbrechen, loslassen, weiterziehen… Mut brauche ich tagtäglich, wenn ich mich frage: Wie wird es gehen, kann das gut gehen…?

Im Blick auf Jesus Christus, im Hören auf ihn, im Schweigen und Beten wird Angst gewandelt in Mut.

Mit brüderlichen Grüßen

Ihr Provinzialminister Br. Marinus“