Im Hospiz hat das Zuhören einen hohen Stellenwert

Benefizkonzert für den Sögeler Hospizdienst

Mit eigens einstudierten Lieder über das Leben und den Tod, die Trauer und den Trost, aber auch über die Hoffnung auf ein Wiedersehen hat die „Kirchenmusik an St. Jakobus“ sich jetzt für die Arbeit des Hospizvereins in Sögel stark gemacht und beim gut besuchten Benefizkonzert in der St. Jakobus Kirche für einen unvergessenen musikalischen Abend gesorgt. Dabei haben sich die Besucher des Konzertes nicht nur den wohlverdienten Applaus bis ganz zum Schluss aufgehoben, sondern auch ihre Unterstützung für den Hospizdienst mit einer Spende von über 1000,- Euro zum Ausdruck gebracht.

So entstand in der von Kerzenschein erleuchteten Kirche eine beeindruckend-nachdenkliche Atmosphäre, die dem aufmerksamen Besucher eine Ahnung davon vermittelte, was das Besondere an der Hospizarbeit ausmacht und was Trost dabei bedeuten kann. „Trost ist doch ganz offensichtlich eine frühkindliche Erfahrung. Und wir alle werden solche Erfahrungen gemacht haben, bevor wir das Wort überhaupt kannten oder aussprechen konnten“, so brachte Michael Strodt es auf den Punkt.

Als dann der Kirchenchor das Abendlied von Matthias Claudius sang, dass, wie Strodt zu berichten wusste, für eine Frau im Hospiz zu einem Lebensbegleiter geworden ist, war etwas von dem zu spüren, was die Hospizhelfer manchmal das „Hospizwunder“ nennen. Mit diesem Lied, das diese Frau früher selbst mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern mehrstimmig gesungen habe und jetzt, am Ende ihres Lebens, in jeder Strophe eine bestimmte Station ihres Lebens zu beschreiben scheint, war dieses Wunder zu greifen nahe.

„Im Hospiz hat besonders das Zuhören einen hohen Stellenwert“, machte der Hospizvorsitzende noch einmal deutlich, „wobei auch nicht jede Begegnung ganz tiefschürfende Sinnfrage aufwirft. Oft steht die pure Lebensfreude im Vordergrund“, so Strodt. „Das bedeutet, den kostbaren Alltag der Sterbenden nach ihren Wünschen mit kleinen Glücksmomenten zu füllen.“ Mit einem solchen Glücksmoment schloss denn auch das Konzert, das am Ende alle Konzertbesuche noch einmal einlud, gemeinsam mit allen Chören das Abendlied von Thomas Laubach und Karl-Bernhard Hüttis zu singen.

Mit großer Freude und Blumen bedankte sich der Hospizverein beim Männerchor Harmonie unter der Leitung von Thomas Kramer, beim Singkreis Sögel unter der Leitung von Theresa Mühlenberg, beim Chor Kalinka Sögel unter der Leitung von Irina Sel und beim Kirchenchor St. Jakobus unter der Leitung von Frauke Sparfeldt für ein wunderbares Benefizkonzert.

Text und Foto: Sögeler Hospiz