Am Abend vor Silvester wurde den Freunden anspruchsvoller geistlicher Musik in der voll besetzten St.-Jakobus-Kirche in Sögel ein ganz besonderer Hörgenuss geboten. Der Kirchenchor St. Jakobus, das Orchester Projectorkest Twente sowie vier herausragende Solisten musizierten unter der Gesamtleitung von Regionalkirchenmusiker Jörg Christian Freese barocke Meisterwerke von Georg Friedrich Händel (1685–1759) und Georg Philipp Telemann (1681–1767).
Auf dem Programm standen Telemanns Kantate „Die Hirten bei der Krippe zu Bethlehem“ sowie Auszüge aus Händels Weihnachtsmusik „Der Messias“. Die Solisten Karina Feld (Sopran), Anna-Maria Koßbau (Alt), Max Ciolek (Tenor) und Johannes Schwarz (Bass/Bariton) überzeugten sowohl in ihren Solopartien als auch im Soloquartett durch hohe stimmliche Qualität und musikalischer Ausdruckskraft. Sie verfügen über beeindruckende musikalische Werdegänge: Karina Feld konzertiert regelmäßig in kirchlichen und konzertanten Projekten, unter anderem mit der Neuen Philharmonie Westfalen, dem Telemannischen Collegium Michaelstein und dem Vokalwerk Hannover. Anna-Maria Koßbau hat sich ein breites Repertoire vom Barock bis zur Moderne erarbeitet und wurde mit einem Sonderpreis für die herausragende Interpretation zeitgenössischer Musik ausgezeichnet. Max Ciolek ist international gefragt und trat bereits in nahezu allen europäischen Ländern sowie in China und Marokko auf renommierten Podien wie der Kölner Philharmonie oder dem Concertgebouw Amsterdam auf. Johannes Schwarz ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe, darunter des Haydn-Wettbewerbs Rohrau, des Concorso di Musica Sacra in Rom und des Schumann-Wettbewerbs Zwickau.
Einen besonderen Akzent setzte zwischen den Kantaten die Organistin Magdalena Andruclewicz mit dem eindrucksvollen „Ciacona in d-Moll“ von Johann Sebastian Bach (1685–1750), das laut Freese jetzt im Emsland zum ersten Mal gespielt wurde. Mit großartigem technischem Können interpretierte Andruclewicz das Werk an der Kirchenorgel und begeisterte das Publikum. Auch sie kann auf zahlreiche Auszeichnungen verweisen, darunter ein dritter Preis beim Polnischen Festival für junge Organisten sowie der zweite Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Danzig/Rumia (2016).
Krönender Abschluss des Konzerts war das berühmte „Halleluja“ aus Händels Messias, bei dem sich Chor und Orchester zu einem prächtigen Gesamtklang vereinten. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen und durfte sich über eine Zugabe freuen - die Wiederholung des jubelnden Hallelujas-, womit das Weihnachtskonzert einen strahlenden Abschluss fand.
Fotos: Lambert Brand
Text: Förderverein Kirchenmusik St. Jakobus